Tierschutz

„Der will doch nur spielen“

Hunde, Herrchen, Sauereien

Ob klein und süß oder groß und böse – Meinungen sind verschieden, auch wenn es darum geht einen Hund zu beschreiben. Hat der Eine vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht und bleibt lieber auf Abstand, möchte der Nächste vielleicht am Liebsten jeden Hund streicheln und knuddeln. So oder so, Recht oder Unrecht gibt es dabei nicht. Jede Meinung gilt es zu akzeptieren.

„Mein Hund geht an der Leine.“ Nicht in jeder Kommune ist es Vorschrift, doch es ist eine Frage des Respekts meinen Mitmenschen und „Mithunden“ gegenüber, dass ich die Kontrolle über das Tier habe. Auch wenn mein Hund zur Begrüßung nicht jedem durchs Gesicht schleckt, möchten andere Hunde und Passanten vielleicht nicht, dass mein Hund ihnen zu nahe kommt. Ich leine meinen Hund auch an um Wildtiere zu schützen, ob die in der Wiese brütenden Vögel oder die Rehkitze auf dem Feld, ich bin ja schließlich Tierfreund.

„Ich weiß was Bello frisst.“ Manche Hunde sind als regelrechte Staubsauger unterwegs und fressen alles was irgendwo zu finden ist. Nicht nur das Bein des Joggers sieht zum Knabbern aus, auch die Maus die zu langsam im nächsten Loch verschwunden ist oder das Fleischstückchen am Wegesrand sind es wert probiert zu werden. Gefährlich! Hat die Maus vorher Gift aufgenommen oder das Fleisch wurde von einem verärgerten Mitmenschen mit Nägeln gespickt? Nur wenn ich meinen Hund im Auge habe, ihn jederzeit abrufen kann oder mit der Leine Kontrolle über ihn ausübe, kann ich unkontrollierte Nahrungsaufnahme verhindern.

„Mir stinkt´s.“ Eine Tretmiene hier, eine Tretmiene dort – wenn der Spaziergang zum Slalomlauf wird, dann habe selbst ich als Hundebesitzer keine Freude mehr daran. Verständlich, dass es im wahrsten Sinne des Wortes gerade Nicht-Hundebesitzern stinkt, wenn der Hundekot einfach liegengelassen wird. Bewaffnet mit einer kleinen Tüte zur Beseitigung des Hundekots gehe ich dem Unmut meiner Mitmenschen aus dem Weg und stelle gleichzeitig ein gutes Vorbild für alle anderen da, die das noch lernen müssen.

„Was für eine Sauerei. Ja, auch ich ärger mich das ein- oder andere Mal über andere Hundebesitzer. Wenn „der Kleine“ mir trotz der Bitte ihn anzuleinen beim Joggen hinterherläuft und ich nur ein „der will doch noch spielen“ zu hören bekomme. Und ganz ehrlich, der Nachbarshund der einfach nicht allein bleiben kann und ständig kläfft – es kann schon ganz schön nerven. Aber nein, ich kann es nicht verstehen, warum man vergiftete oder mit Rasierklingen gespickte Tierköder egal welcher Art auslegt. Es geht hier um Lebewesen! Jeder Köder kann zudem auch Wildtiere die sie aufnehmen umbringen oder sogar das Nachbarskind in Gefahr bringen. Ich kann mit Hundebesitzern reden wenn mich etwas stört – denn das Problem ist meist nicht das Tier, sondern das Herrchen am anderen Ende der Leine.

Hier noch ein paar Tipps, für alle die den Verdacht haben jemand habe Tierköder ausgelegt:

Warnen und Teilen in den Sozialen Medien ist das eine – aber auch eure örtliche Polizeidienststelle und die Stadtverwaltung sollten zeitnah darüber informiert werden. Nur so können Ermittlungen in Gang kommen, um den Täter dingfest zu machen. Zudem achtet auf die Aktualität der Informationen, die ihr verbreitet.

Der Tierarzt stellt Vergiftungserscheinung bei eurem Hund fest die von Tierködern stammen könnten? Dann gilt es Anzeige zu erstatten (Verdacht Verstoß Tierschutzgesetz) und einen möglichst genauen Befund vom Tierarzt mitzunehmen.

Ihr habt Überreste von Ködern? Nur frisch bringen toxikologische Untersuchungen Erfolg. Also direkt der Polizei übergeben oder ab in den Gefrierschrank.

„Irgendwo auf meinem 5 km lange Spazierweg…?!“ Die genaue Örtlichkeit an der euer Tier den Köder aufgenommen hat ist wichtig.

So emotional ein Thema immer ist, wenn es um Tiere geht, so verständnisvoll sollten doch alle Parteien versuchen miteinander umzugehen. Gehen sie als Vorbild für sich und andere voran.

Ziel des Hundesportes ist die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch & Hund

Diesen Kernsatz und weitere sechs Grundsätze im Bereich des Hundesportes beschloss die Delegiertenversammlung des "Deutschen Hundesportverbandes" (dhv) am 28.05.2000 in Frankfurt.

Damit kann der Deutsche Hundesportverband und seine Mitglieder wesentlich zur Lösung der gegenwärtigen Probleme in Deutschland beitragen.

Ethische Grundsätze für die Ausbildung von Hunden und den Sport mit dem Hund im dhv

Präambel

Seit mehr als zwölftausend Jahren ist der Hund Gefährte des Menschen. Durch die Domestikation ist der Hund eine Sozialgemeinschaft mit dem Menschen eingegangen und auf ihn angewiesen. Damit erwächst dem Menschen eine für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes besondere Verantwortung. Sie lässt sich im Einzelnen in den folgenden ethischen Grundsätzen formulieren:

Die ethischen Grundsätze des Hundes offenbaren sich nicht allein im Denken. Ihre Umsetzung ist am Umgang des Menschen mit seinem Hund am besten zu erkennen. Verantwortung für einen Hund zu übernehmen setzt gute Kenntnisse über dessen natürliche Veranlagung, Bedürfnis und Verhaltensweisen voraus. Fehlen dem Hundehalter oder Hundesportler diese Kenntnisse, so sollten diese Grundlagen des Wissens um den Hund erworben werden.

Ethische Grundsätze

Der physischen wie psychischen Gesundheit des Hundes gebührt oberste Priorität. Deshalb gilt neben der Bedürfnisbefriedigung Nahrung und Pflege sowie Auslauf, als oberstes Prinzip ein tiergerechter, artgemäßer und gewaltfreier Umgang mit dem Hund.

Selbstverständlich ist die ausreichende Versorgung des Hundes mit Nahrung und Wasser, sowie die Fürsorge für seine Gesundheit, die unter anderem regelmäßige Impfung und ärztliche Untersuchungen einschließt. Darüber hinaus besteht die Verpflichtung, dem Hund regelmäßigen Kontakt mit Menschen und genügend Beschäftigung zur Befriedigung seines Bewegungsbedürfnisses zu gewähren.

Die Haltung des Hundes muss seinen natürlichen Bedürfnissen insbesondere auch nach Sozialkontakt mit dem Menschen angepasst sein. Ist Zwingerhaltung unumgänglich, so muss neben ausreichendem Raum für die Bewegung des Hundes und ausreichendem Witterungsschutz pro Tag auch ein mehrstündiger intensiver Umgang mit Menschen garantiert sein (siehe auch die entsprechenden Vorschriften des Tierschutzgesetzes).

Am besten lebt der Mensch mit seinem Hund in einer Wohnung bzw. in einem Haus so zusammen, dass der Hund von sich aus stets die Möglichkeit hat, mit dem Menschen Kontakt aufzunehmen. Lässt sich dies nicht realisieren, so muss der Mensch unbedingt ausreichend Zeit für seinen Hund aufbringen. Der Hund ist auf den Menschen als Sozialpartner angewiesen.

Im Laufe der Geschichte hatte der Hund die verschiedensten Aufgaben als Helfer des Menschen zu leisten. In der modernen Welt sind ein großer Teil dieser Aufgaben durch die Technik übernommen worden. Daher hat heute der Hundebesitzer die Pflicht, dem Hund entsprechend dessen Veranlagung als Ersatz für verloren gegangene Aufgaben ausreichend Bewegung und Betätigung in Verbindung mit intensivem Kontakt zum Menschen zu ermöglichen.

Der Hund sollte seinen Anlagen und seinem Leistungsvermögen entsprechend beschäftigt werden. Hierzu gehören neben ausreichenden Auslauf auch die intensive Beschäftigung mit Tätigkeiten, die die Lernfähigkeit, den Bewegungsdrang sowie die übrigen Anlagen des Hundes berücksichtigen. Die verschiedenen Formen des Hundesports sind hierfür hervorragend geeignet. Nicht ausreichend beschäftigte Hunde können auffällig werden und führen zu Beanstandungen in der Öffentlichkeit.

Der Mensch, der seinen Hund ausbildet oder gemeinsam mit dem Hund Sport betreibt, hat sich und den ihm anvertrauten Hund einer sorgfältigen Ausbildung zu unterziehen, deren Ziel die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Hund ist.

Das Ziel aller Ausbildungen ist das Vermitteln von Lerninhalten, die für den jeweiligen Hund machbar sind. Die harmonische Übereinstimmung zwischen dem Menschen und seinem Hund, unabhängig davon, wo dieser im Hundesport eingesetzt wird, ist allen Tätigkeiten zugrunde zu legen. Zur Harmonie kann man nur gelangen, wenn man sich weitestgehend in den Hund und seine Anlagen hineinversetzt. Der Mensch ist dem Hund tatsächlich in der Intelligenz überlegen. Sie zum harmonischen Zusammenleben mit dem Hund zu nutzen, ist daher eine selbstverständliche Aufgabe. Es besteht die ethische Verpflichtung den Hund zu erziehen und ausreichend auszubilden. Die dabei verwendeten Methoden müssen die gesicherten Erkenntnisse der Verhaltenswissenschaften, insbesondere der Kynologie, berücksichtigen. Zur Erreichung des Erziehungs-, Ausbildungs- oder Trainingseffekts ist stets die gewaltfreie und für den Hund positive Methode einzusetzen. Nicht artgerechte Ausbildungs-, Erziehungs- und Trainingshilfsmittel sind abzulehnen (siehe Tierschutzgesetzt).

Der Einsatz des Hundes im Sport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögen durch medikamentöse oder nicht tiergerechte Einwirkung durch den Menschen ist abzulehnen.

Der Mensch muss sorgfältig die Veranlagungen seines Hundes erkunden. Von einem Hund Leistungen zu verlangen, die dieser nicht erbringen kann, widerspricht jedem ethischen Bewusstsein. Der sich seiner Verantwortung bewusste Hundefreund wird nur mit gesunden und leistungsfähigen Hunden an Prüfungen, Wettkämpfen und am Training teilnehmen. Im Zweifelsfall sollte die Unbedenklichkeit durch einen Tierarzt bestätigt werden. Die aus falschem Ehrgeiz oder aus wirtschaftlichen Interessen vorgenommenen, nicht tiergerechten Einwirkungen oder psychischen wie physischen Manipulationen des Hundes sind mit ethischen Grundsätzen nicht zu vereinbaren.

Der tiergerechte und möglichst artgerechte Umgang mit dem Hund hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung besonders auch für junge Menschen. Diese Bedeutung ist im Hundesport stets zu fördern.

Gerade die Jugend ist offen für neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf ethischer Basis mit dem Hund. Dadurch erhält der Verband neue Impulse für seine Fortentwicklung und Zukunftssicherung.

Die Verantwortung des Menschen für den ihm anvertrauten Hund muss sich auch auf die Zeit erstrecken, in der der Hund in seinem Leistungsvermögen nachlässt. Der Mensch muss dem Hund einen angenehmen, dem Gesundheits- und Alterszustand des Hundes entsprechenden letzten Lebensabschnitt gewähren.

Eine möglichst tiergerechte Altersversorgung und -betreuung ist für einen ethisch orientierten Menschen selbstverständlich. Es ist dies ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Hund als Partner in seinen lebhafteren Zeiten.